Gestrandet (Teil 1)

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Sam sitzt abends in seinem Zimmer. Es war ein anstrengender Tag heute. Die verschiedensten Dinge sind ihm widerfahren und nun sitzt er einfach nur da und genießt die Ruhe. Sam ist fünfzehn Jahre alt und besucht die neunte Klasse eines Gymnasiums. Er schaut auf die Uhr und muss feststellen, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Unaufhörlich tickt der Zeiger seiner modischen „ICE-Watch“ Armbanduhr. Es fällt ihm schwer bei diesem Anblick zu entspannen. Schließlich muss er noch die Englischvokabeln für den morgigen Vokabeltest lernen. Doch viel lieber würde er jetzt schlafen und endlich zu Ruhe kommen. Nach kurzem Überlegen steht für ihn fest: Erst die Vokabeln lernen und dann schlafen. Sofort kramt Sam in seiner Schultasche nach seinem Vokabelheft, er schlägt es auf und fängt eifrig an zu lernen. Schließlich hat er auch diese letzte Aufgabe an diesem Tag geschafft. Zufrieden lässt er sich in sein Bett fallen. Schnell wird sein Atem ruhiger und er verliert sich in die Welt der Träume. Hier ist alles möglich. Es gibt keine Grenzen, keinen der einem etwas vorschreibt.

Er findet sich an einem Strand wieder. Die Sonne steht am höchsten Punkt und brennt auf Sams Kopf nieder. Wo er wohl gelandet ist? Vor ihm erstreckt sich eine große Landschaft aus Palmen und anderen tropischen Gewächsen. Sam beschließt die Umgebung näher zu erkunden und richtet sich auf. Er hat nichts außer ein paar  dünnen Kleidern am Körper. Davon abgesehen verspürt Sam einen großen Durst. Das Salzwasser sollte er wohl besser nicht trinken, aber vielleicht lässt sich ein Fluss oder sogar eine Quelle finden. Kurze Zeit später bemerkt Sam, dass er am Rande eines großen Dschungels zu stehen scheint. Alles ist dicht bewachsen und überall sind verschiedenste Tierarten zu beobachten. Er kommt nur langsam voran und hat Schwierigkeiten sich zu orientieren. Auch wenn er nur versucht geradeaus zu laufen, fällt ihm dies nicht leicht. Unter anderem weil sich der Dschungel über Berge und Täler erstreckt. Nach einer ganzen Weile kommt Sam zu einer kleinen Lichtung. Es scheinen Menschen hier gewesen zu sein, welche an dieser Stelle die Bäume gefällt haben. Doch es sind nur sehr wenige Bäume, die nun fehlen. Sam hat vor kurzem eine Reportage im Fernsehen über die Abholzung der Regenwälder gesehen. Dort wurde erklärt, dass große Holzunternehmen keine Rücksicht auf die Wälder nehmen und oft riesige Flächen abholzen. Komisch das es hier nur drei Bäume sind, die entfernt wurden.

Viel Zeit um darüber nachzudenken hat Sam aber nicht, denn das Tageslicht fängt allmählich an zu schwinden. Er braucht einen Unterschlupf, um die kommende Nacht gut überstehen zu können. Die Lichtung scheint ein guter Ort für eine kleine Hütte zu sein. Der Boden ist, im Gegensatz zum Rest des Dschungels, nur mit hohem Gras bedeckt. Sam macht sich am Rande der Lichtung auf die Suche nach geeigneten Ästen. Holz gibt es genug. Schon nach kurzer Zeit hat er einen großen Berg zusammengetragen und beginnt den Bau seiner kleinen Hütte. Lange versucht er eine einigermaßen stabile Konstruktion zu entwerfen. Mit festen Gräsern bindet er die Äste zusammen und nutzt Astgabeln für kleine Stützen. Als er fertig ist, macht er einen Schritt zurück und begutachtet sein Werk. Hütte kann man es nicht wirklich nennen, der Begriff Höhle wäre wohl angebrachter. Trotzdem ist es besser als Gar nichts, denkt sich Sam. Zum Schutz gegen wilde Tiere macht er aus dem übrigen Holz ein kleines Feuer. Sofort kommt ihn die Idee, dass er etwas über dem Feuer braten könnte. Ihm fällt erst jetzt auf was für einen großen Hunger er hat und seinen Durst konnte er immer noch nicht stillen. Sam hat sogar schon leichte Kopfschmerzen. Wenn er bei dieser Hitze nicht verdursten möchte, sollte er so bald wie möglich etwas Trinkbares finden. Plötzlich platscht ihm ein großer Tropfen Wasser auf die Nasenspitze.

Sam schaut verwundert nach oben und im selben Moment beginnt ein gewaltiger Regenschauer. Er kann sein Glück kaum fassen und streckt seinen geöffneten Mund in Richtung Himmel. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für einen Regenwald, doch Sam kommt es vor wie die Erhörung seiner Klagen. Dabei ist er normalerweise sehr abweisend gegenüber Religionen, aber vielleicht ändert sich das auch nach diesem Abenteuer. Schnell reißt er sich ein riesiges gewölbtes Blatt, einer für ihn unbekannten Pflanze, ab. Er benutzt es zum Auffangen der Tropfen, welche anschließend direkt in seinen Mund laufen. Auf diese Weise kann er seinen Durst stillen, doch nach diesem Regenschauer ist seine Kleidung komplett durchnässt. Da er auf keinen fall krank werden möchte, bleibt ihm nichts anderes übrig als auf das Abendessen zu verzichten und sich um warme Kleidung zu kümmern. Er legt sich nahe ans Feuer, damit die Kleidung schnell wieder trocken wird. Schon bald wird es dunkel und Sam schließt seine Augen. Morgen möchte er versuchen die Menschen aufzusuchen, welche die Bäume um ihn herum gefällt haben. Möglicherweise können sie ihm Essen anbieten und wissen wo er sich befindet.

23.5.13 20:15

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


MyOwnStories / Website (14.11.13 17:40)
Ich muss sagen das du tolle Geschichten schreibst ICh würde gerne einmal wissen wie alt du bist & Ihc würde mich freuen wenn du mal bei mir vorbei schaust da ich auch EIGENE Geschichten schreibe

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