Es war nur ein Unfall

Jonas gibt langsam die  Hoffnung auf. Schon ganze zwei Wochen lang liegt seine Mutter nun schon im Koma. Er fragt sich ob sie überhaupt nochmal aufwachen wird und ob dann alles so sein wird wie vorher, vor dem Unfall, welchen er am liebsten nie geschehen machen würde. Doch das kann er nicht und noch viel schlimmer: Zurzeit kann er Garnichts für seine Mutter tun. Er sitzt nur still neben ihrem Krankenbett.

 Hätte dieser verdammte LKW-Fahrer nur einmal richtig aufgepasst wäre dies alles vielleicht überhaupt nicht passiert. Dann hätte er nun keine unschuldige Frau auf dem Gewissen. Man sollte ihn für das was er ihr angetan hat bestrafen. Die Polizei hat ihm gesagt, dass der Mann unter Alkoholeinfluss stand und deswegen die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat. Wie kann man nur so rücksichtslos sein? Und warum musste es unbedingt seine Mutter treffen?

Jonas merkt wie sich eine Wut in ihm aufbaut. Der LKW-Fahrer hatte nur leichte Verletzungen davon getragen und konnte frühzeitig aus dem Krankenhaus entlassen werden, doch seine Mutter wird sich vielleicht nie mehr von ihren Verletzungen erholen. Diese Ungerechtigkeit lässt ihm einfach keine Ruhe.

Den Zustand seiner Mutter kann er nicht weiter ertragen. Er verlässt das Krankenhaus. Noch immer voll Wut im Bauch begibt er sich auf den Heimweg. Schon des Öfteren hat er darüber nachgedacht sich beim Fahrer des LKWs zu rächen und im Moment ist dieser Wunsch größer als je zuvor. Vielleicht würde es seiner Wut Einhalt gewähren. Schließlich erreicht Jonas seine Wohnung. Mit bestimmten Schritten geht er in sein Schlafzimmer zum Nachttisch. Er öffnet die oberste Schublade und nimmt die darin liegende Pistole an sich. Noch nie hat er sie gebrauchen müssen, doch jetzt ist wohl der Zeitpunkt gekommen.

Plötzlich klingelt es. Jonas steckt hastig die Waffe ein und geht zur Tür. Als er die Person erblickt läuft ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Es ist der LKW-Fahrer. Dieser steht mit einem großen Strauß Blumen in der Hand vor ihm und sagt: „Es tut mir unendlich leid was geschehen ist.“

14.11.13 19:19

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Laura / Website (1.5.14 17:05)
Ich finde deinen Schreibstile sehr schön, vor allem das du im Präsens schreibst finde ich interessant, da dies eher selten ist.
Auch die Idee zur Geschichte ist sehr gut.
Ich empfinde nur die Stelle "nie geschehen machen" als störend, vielleicht würde "ungeschehen machen" besser passen.
Ich werde deinen Block auf jeden Fall weiter verfolgen und freue mich schon auf weitere Geschichten.
LG Laura

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